Hündin, Französische Bulldogge

Läufigkeit der Hündin – Wenn die Hündin heiß wird

Hündinnen werden läufig, dies geschieht in der Regel zweimal im Jahr und wirft vor allem bei neu-Hundehaltern erst einmal viele Fragen auf. Zurecht, denn auch wenn es ein natürlicher Vorgang ist, so verändert sich das Wesen der Hündin in dieser Zeit teilweise enorm. Abgesehen davon tauchen auch weitere Fragen auf, wie z.B. schützt man seine läufige Hündin vor einer Schwangerschaft, wann ist sie überhaupt empfänglich und was macht man gegen die Blutflecke?

Wissenswertes zum Thema Läufigkeit

Jede Hündin, die nicht kastriert ist, wird läufig. Die einen werden früher das erste Mal „heiß“ und die anderen eben etwas später. Eine Hündin wird im Alter von sechs bis 18 Monaten zum ersten Mal läufig, es ist immer ein wenig abhängig von Rasse und Größe. Man sagt, eine Hündin kann erst mit Erreichen ihrer vollen Größe auch ihre Sexualreife erreichen, jedoch ist dies nicht immer ein zuverlässiger Indikator. Hier kann man aber ganz grundsätzlich behaupten, dass kleine Rassen früher als große ihre Geschlechtsreife erreichen und damit auch das erste Mal läufig werden.

Mit der Bezeichnung Läufigkeit oder Hitze ist die Brunstzeit gemeint, diese Phase beschreibt die fruchtbare Zeit im Zyklus der Hündin.

Die Phasen der Läufigkeit

Phase 1 – Vorbrunst (Proöstrus)

Schwillt die Scheide, auch Schnalle genannt, der Hündin um ein Vielfaches an, beginnt die erste Phase des Zyklus. Nur kurze Zeit nach dieser Veränderung der Schnalle wird die Blutung beginnen. Die Blutung, die diese erste Phase hervorbringt, dauert sieben bis zwölf Tage an und ist teilweise schon recht stark und das Blut ist dunkelrot. Jetzt zeigen Rüden großes Interesse an der Hündin, diese verschmäht allerdings sämtliche Annäherungsversuche und wird mitunter richtig zickig. In diesen Tagen würde die Hündin keinen Deckakt zulassen, eine ungewollte Schwangerschaft kann somit fast ausgeschlossen werden.

Aber auch in diesen Tagen sollte die Hündin besser nur unter strenger Aufsicht und angeleint spazieren gehen.

Phase 2 – Brunst (Östrus)

Die sogenannten Stehtage, die etwa sieben bis neun Tage andauern, beginnen. In diesen Tagen ist die Hündin den Rüden gegenüber nicht mehr abgeneigt und bleibt sogar bereitwillig stehen. Die Schnalle schwillt ein wenig ab und die Blutung wird wässriger. Kommt es zu einem Deckakt, ist eine Schwangerschaft sehr wahrscheinlich.

Während der Stehtage sollte die Hündin draußen angeleint und niemals unbeaufsichtigt sein.

Phase 3 – Nachbrunst (Metöstrus)

Die Schnalle schwillt in dieser Zeit komplett ab, die Blutung lässt nach und die Hündin legt ggf. seltsame Verhaltensweisen wieder ab. In dieser 3. Phase würde die Trächtigkeit bei einem erfolgreichen Deckakt beginnen. Wurde die Hündin nicht gedeckt, so werden trotzdem Hormone (Prolaktin) für die Milchproduktion gebildet, deren Spiegel erst nach neun bis zwölf Wochen erreicht ist. In dieser Zeit kann es zu einer Scheinträchtigkeit kommen, hier sollten Halter ein besonderes Auge auf die Verhaltensweisen der Hündin werfen und auch beobachten, ob Milch aus den Zitzen austritt.

Phase 4 – Ruhephase (Anöstrus)

In dieser Zeit der Ruhe haben sich die Hormone wieder eingependelt und auch sonst sind keine Zeichen einer Läufigkeit vorhanden. Diese Phase dauert wieder an, bis es zur nächsten Läufigkeit und somit zur nächsten Blutung kommt.

Die erste Läufigkeit der Hündin

Mit der ersten Läufigkeit kann man zwischen dem sechsten und 18. Lebensmonat der Hündin rechnen. Man sagt, kleinere Rassen werden früher als große läufig, dies kann so sein, muss es aber nicht. Auch sagt man, erst wenn die Hündin ausgewachsen ist, kann man mit der ersten Läufigkeit rechnen, auch diese Annahme ist nicht sehr zuverlässig. Man sollte einfach ab dem sechsten Lebensmonat grundsätzlich mit dem Einsetzen der ersten Läufigkeit rechnen, so erlebt man keine plötzliche Überraschung, wenn die Hündin blutet und somit „heiß“ ist. Die erste Hitze kann auch mal so ganz gegen alle „Regeln“ ablaufen und die Blutung ist kürzer oder auch länger da. Nicht selten wundern sich Hundehalter, auf welche Größe die Vulva der Hündin anschwillt und wie viel Blut sie in ihrer heißen Phase verliert. Mit der zweiten und dritten Läufigkeit ist man dann schon ein alter Hase und erkennt auch direkt die ersten Anzeichen, noch ehe es losgeht.

Hält eine Hündin sich während der Läufigkeit selbst sauber?

Dies ist ganz unterschiedlich, in jedem Fall sollte der Hündin gerade während der ersten Läufigkeiten die Möglichkeit gegeben werden es selbst zu versuchen. Zieht man der Hündin direkt mit dem ersten Tropfen Blut eine Läufigkeitshose an, kann sie es erst gar nicht lernen und man wird immer eine Schutzhose zur Hand haben müssen.

Viele Hündinnen sind, wie z.B. die Französische Bulldogge oder auch andere Molosser, gar nicht erst anatomisch in der Lage sich selbst sauber zu halten. Hier kommt man in den seltensten Fällen um den Kauf einer Schutzhose drum herum. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel und so solle der Hündin zumindest die Gelegenheit gegeben werden es zu versuchen.

Manche Hündinnen, die es zwar könnten, sind schlichtweg zu „faul“ oder aber die Menge des Blutes ist so viel, dass sie gar nicht hinterherkommen.

Ob eine Läufigkeitshose benötigt wird oder nicht, muss immer ganz individuell betrachtet werden. Viele Hundehalter finden es auch einfach sicherer, um z.B. nur im Auto nicht alles mit dem Läufigkeitsblut zu verschmutzen.

Bei welchen Komplikationen muss ein Tierarzt aufgesucht werden?

Die Läufigkeit einer Hündin ist ein natürlicher Vorgang, bei dem es keinerlei ärztlicher Intervention bedarf. Allerdings kann es, wie auch in allen anderen Bereichen des Hundelebens zu Komplikationen kommen.

  • Die Schnalle schwillt zu sehr an. ein anschwellen der Vulva der Hündin ist erst einmal ganz normal. Sollte diese aber zu groß erscheinen oder gar auch den Eindruck machen, dass Organe heraustreten ist ein Tierarztbesuch ratsam. Es könnte sich um einen sogenannten Scheidenvorfall handeln
  • Die Blutung dauert länger an, als die normalen 21 Tage. Hier können z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion oder auch eine Nebennierenrindenüberfunktion verantwortlich sein. Ein Tierarztbesuch kann hier Aufschluss geben.
  • Die Blutung tritt nach einem kurzen Abstand wieder ein. Auch in diesem Fall kann eine Störung im Hormonhaushalt der Hündin vorliegen. In jedem Fall sollte die Hündin einem Tierarzt vorgestellt werden.
  • Nach der Blutung tritt gelbliche Scheidenflüssigkeit aus, die vielleicht sogar stinkt. Es kann sich um eine Gebärmutterentzündung handeln, die dringend Tierärztlich abgeklärt werden muss

Wer sich unsicher ist, sollte in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen.

Veränderungen der Hündin während der Läufigkeit

  • Verdauungsbeschwerden Von Durchfall bis hin zur Verstopfung kann es je nach Hündin ganz unterschiedlich ausfallen.
  • Futter wird verweigert Oft kommt es vor, dass eine eigentlich gute Esserin ihr Futter stehen lässt.
  • Übelkeit und Erbrechen Nicht wenige Hündinnen leiden an Erbrechen und Übelkeit, besonders zu Beginn der Läufigkeit.
  • Geschwollene Schnalle Die Vulva der Hündin wird um ein Vielfaches anschwellen.
  • Träge Nicht wenige Hündinnen werden in der Zeit der Läufigkeit träge und schlafen sehr viel. Besonders in den ersten Tagen ist dies kein Grund der Sorge.
  • Anhänglicher Zumindest den Menschen gegenüber. Rüden wird vor den Stehtagen eher zickig mitgeteilt, dass sie noch keine Chance haben. Mit den Stehtagen werden die Hündinnen hier aber auch sehr zugänglich. Andere Hündinnen werden als Konkurrenz gesehen und bestenfalls nur ignoriert.
  • Markieren Auch Hündinnen können markieren, nämlich dann, wenn sie den Rüden der Nachbarschaft mitteilen wollen, dass es bald soweit ist.
  • Weiches Fell Geht es auf die Läufigkeit zu, wird das Fell der Hündin weicher.
  • Weniger gehorsam Auch wenn die Hündin ansonsten super abrufbar ist und ganz genau weiß, was in gewissen Situationen zu tun ist, während der Zeit der Läufigkeit kann dies alles wie vergessen wirken.

Verhaltensregeln während der Läufigkeit

Ist die Hündin läufig, sollte man sich an einige Verhaltensweisen zum Schutz der Hündin und auch dem der Rüden in der Nachbarschaft halten. Zu diesen gehören:

  • Besser zu nicht so beliebten Zeiten spazieren gehen
  • Die Hündin an der Leine führen
  • Im Zweifel nur kurze Runden gehen
  • Ausweichrouten für den Spaziergang finden
  • Abstand zu anderen Hunden halten und aus der Entfernung schon die Läufigkeit signalisieren (z.B. durch eine rote Schleife oder rufen)

Es besteht nicht nur die Gefahr einer unerwünschten Schwangerschaft, wenn man eine läufige Hündin hat. Auch Rüden können ihren Haltern bei Liebeskummer das Leben schwer machen. Es kann passieren, dass ein Rüde das Fressen verweigert, die ganze Nacht jaulend vor der Eingangstüre sitzt oder völlig unvermittelt aus dem Garten abhaut. Aus Rücksicht sollte man in dieser Zeit also besser auf Abstand gehen.

FAQ. Häufig gestellte Fragen zum Thema Läufigkeit

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